TherMarium Bad Schönborn: FDP-Politiker Imhof und Jung verwundert über plötzliche CDU-„Rettungsaktion“

Die beiden FDP-Landtagskandidaten Timo Imhof (l., Wahlkreis Bruchsal) und Christian Jung MdB (r./Wahlkreis Bretten) hatten schon im Juli 2020 das TherMarium in Bad Schönborn besucht und eine gerechte Behandlung der baden-württembergischen Heilbäder gefordert. Imhof und Jung sprachen dabei mit Bürgermeister Klaus Detlev Huge, Geschäftsführer Markus Hoppe und Mitarbeitern über die Situation des Wellness- und Gesundheitsparks. (Foto: Sebastian Weber)

Bad Schönborn/Bruchsal. Die beiden FDP-Landtagskandidaten Timo Imhof (Wahlkreis Bruchsal) und Christian Jung MdB (Wahlkreis Bretten) sind verwundert und zugleich dankbar über CDU-Landtagsabgeordneten Ulli Hockenberger in Bezug auf die finanziellen Herausforderungen des Bad Schönborner TherMariums. „Nach fünf Monaten hat sich Herr Hockenberger nun dankenswerterweise den Forderungen der Freien Demokraten angeschlossen, ein Rettungspaket für das TherMarium zu schnüren. Wir hatten das Heilbad im Juli 2020 besucht und verschiedene Vorschläge gemacht, die die Landesregierung und die Regierungsabgeordneten leider bisher nicht ernst genommen haben“, sagte Timo Imhof. „Das Beispiel zeigt mal wieder, dass die bisher direkt gewählten Landtagsabgeordneten von CDU und Grünen im Landkreis Karlsruhe bei wichtigen Problemen sehr lange brauchen, um aus ihrem Tiefschlaf zu erwachen oder sich gar nicht um das Thema kümmern, wie die grüne Landtagsabgeordnete Andrea Schwarz, die Bad Schönborn für ihre Partei offiziell mitbetreut“, betonte Christian Jung.

Die beiden FDP-Politiker hatten im Sommer auf Einladung von Bürgermeister Klaus Detlev Huge den Wellness- und Gesundheitspark TherMarium Bad Schönborn besucht. Im Gespräch mit Geschäftsführer Markus Hoppe und Mitarbeitern des seit 1972 bestehenden Unternehmens in kommunaler Trägerschaft ging es um die finanziellen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie. Denn das Land Baden-Württemberg gleicht bis heute bei den 35 im Südwesten bestehenden Heilbädern nur bei den vier „Staatsbädern“ die durch die vergangenen Monate entstandenen Defizite komplett aus.

Die Bäder in traditionell kommunaler Trägerschaft bekommen dagegen keine finanzielle Unterstützung und die Gemeinden und Städte bleiben unverschuldet auf Millionen-Defiziten sitzen, die dann wieder für andere wichtige Bereiche fehlen. Bis zum 1. Juli 2020 betrug das Defizit vor Ort schon 1,65 Millionen Euro, ohne finanzielle Unterstützung der Gemeinde droht die Insolvenz. „Das ist auch für die Finanzen von Bad Schönborn eine schlechte Nachricht“, sagte Timo Imhof, der in der Angelegenheit mittlerweile mit Christian Jung den Vorsitzenden des zuständigen baden-württembergischen Wirtschaftsausschusses im Landtag, Prof. Dr. Erik Schweickert MdL (FDP), und den gesundheitspolitischen Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion Jochen Haußmann MdL eingeschaltet hat, um den Druck auf die grün-schwarze Landesregierung zu erhöhen.

„Von unserem Bad sind schätzungsweise bisher 1000 Arbeitsplätze mit einem touristischen Umsatz von rund 18 Millionen Euro jährlich direkt oder indirekt abhängig. 2019 hatten wir noch 560000 Besucher“, betonte Markus Hoppe im Sommer. Als wichtiger Frequenzbringer sei das TherMarium als TOP 5 der besucherstärksten Standorte in Baden-Württemberg für die Gastronomie, Übernachtungsbetriebe, den Einzelhandel und die Kurtaxe-Einnahmen eine unverzichtbare in den vergangenen Jahrzehnten entstandene Institution, die erhalten werden müsse. Seit 2001 sei das TherMarium zudem mit 14 Millionen Euro saniert worden, wovon sich die beiden FDP-Politiker auch in einem der Innenbecken informieren konnten. Zusätzlich wurden in Erweiterungsprojekte elf Millionen Euro investiert. „Der Standort hat für alle Altersgruppen eine enorme Bedeutung. Das TherMarium ist auch der größte Anbieter von Babyschwimmkursen in der Region“, stellte Timo Imhof damals zum Abschluss des Gesprächs heraus.

Liste der Heilbäder in Baden-Württemberg: https://www.heilbaeder-bw.de/fit-bleiben-gesund-werden/thermalbaeder/alle-thermalbaeder-in-baden-wuerttemberg