Planung der neuen Güterzugstrecken nicht an der Bevölkerung vorbei

Güterzüge2kFreie Demokraten setzen sich weiterhin für einen effektiven Lärmschutz in der Region Karlsruhe ein

Die neue Güterzugstrecke zwischen Graben-Neudorf und Karlsruhe muss nach Auffassung von FDP-Regionalversammlungsmitglied Dr. Christian Jung (Bruchsal) rasch geplant werden. „Die Leidtragenden von Verzögerungen bei der Planung wären vor allem die an der Bahnstrecke Hockenheim-Graben-Neudorf-Stutensee-Karlsruhe lebenden Menschen“, sagte Jung bei einem Vor-Ort-Termin in Philippsburg-Rheinsheim. Denn die massive Zunahme der täglichen Güterzüge um prognostizierte 100 Prozent bis 2025 mit 400 Zügen auf der Strecke würde dann ausschließlich über die bestehenden Schienenverbindungen abgewickelt.

Fundstück auf Youtube: Eisenbahnverkehr rund um Graben-Neudorf und den dortigen Bahnhof. Im Minutentakt fahren hier Schnell- und Nahverkehrzüge sowie Güterzüge.

Der Rheinsheimer Ortsvorsteherin Jasmine Kirschner (SPD) war aufgefallen, dass in den vergangenen zwei Wochen tagsüber drei Güterzüge die Nebenstrecke Germersheim-Graben-Neudorf befuhren. „Da der Bau einer zusätzlichen Kurve für Güterzüge, die sog. Dammerstocker Kurve, in Karlsruhe in Richtung Süden immer unwahrscheinlicher wird, müssen wir davon ausgehen, dass die Strecke in den nächsten Jahren zunehmend als Ausweichstrecke von der Pfalz her benutzt wird“, sagte Christian Jung.

Er fordere deshalb auch für alte Strecken einen verbesserten Lärmschutz für die Anwohner. Deshalb sei die Deutsche Bahn und DB Netz aufgefordert mitzuteilen, wie sie sich den Güterverkehr auf der Strecke Germersheim – Graben-Neudorf in Zukunft vorstellten.

„Prinzipiell ist nichts dagegen einzuwenden, wenn Güter verstärkt auf der Schiene transportiert werden. Wir fordern deshalb wie in Südbaden einen Projektbeirat Lärmschutz, in dem engagierte Bürger die Interessen der Bevölkerung vertreten und auf die weiteren Planungen vor allem beim Lärmschutz und den Streckenführungen direkt Einfluss nehmen können“, stellte Christian Jung heraus.

Besonders in Graben-Neudorf und Stutensee werde deutlich, dass ein Ausbau der Strecke technisch wegen der Wohnbebauung kaum möglich sei. „Eine Neubaustrecke ist auch für die Bevölkerung rund um Bruchsal sinnvoll, weil sonst die Strecke von Bad Schönborn-Bruchsal-Weingarten-Karlsruhe verstärkt als Ausweichstrecke benutzt werden würde“, sagte Jung weiter. Besonders am Bahnhof in Graben-Neudorf werde deutlich, wie hoch schon jetzt die Zugdichte sei. Güterzüge, ICE, IC/EC, Regionalexpresse und S-Bahnen würden in geringen zeitlichen Abstand oder gleichzeitig durch den Bahnhof fahren. In diesem kommen drei Eisenbahnstrecken zusammen.