Freie Demokraten: Kürnbacher Musikakademie hat sich bewährt

FDP gegen Landeszuschüsse für Neubau der Musikakademie in Plochingen / Bei Aufgabe des Standortes in Kürnbach muss das Land der Kommune gleichwertigen Nutzungsersatz garantieren

Kürnbach2kDie Freien Demokraten FDP im Landkreis Karlsruhe setzen sich zusammen mit Bürgermeister Karl-Heinz Hauser für den Erhalt der Kürnbacher Musikakademie ein. Die FDP fordert eine Streichung von Landeszuschüssen für einen Akademie-Neubau des Blasmusikverbandes Baden-Württemberg in Plochingen. Das Foto zeigt von links: Zweitkandidat Simon Ohlig, FDP-Landtagskandidatin Carolin Holzmüller (Wahlkreis Bretten), Bürgermeister Karl-Heinz Hauser und FDP-Kreisvorsitzenden Heiko Zahn. (Foto: Jung)

Kürnbach/Landkreis Karlsruhe. „Mir blutet das Herz, dass die Musikakademie in Kürnbach aus für uns nicht nachvollziehbaren Gründen aufgegeben werden soll“, sagte FDP-Kreisvorsitzender Heiko Zahn bei einem Vor-Ort-Termin der Freien Demokraten mit Bürgermeister Karl-Heinz Hauser in Kürnbach. Mit dabei waren auch FDP-Landtagskandidatin und Gemeinderätin Carolin Holzmüller (Wahlkreis Bretten), ihr Zweitkandidat Simon Ohlig und FDP-Regionalversammlungsmitglied Dr. Christian Jung (Bruchsal). Bei dem intensiven Gespräch machte der Bürgermeister deutlich, dass der Blasmusikverband Baden-Württemberg die Akademie zum 31. März 2016 schließen wolle.

„Die Gemeinde Kürnbach hat 1968 mit einem Schenkungsvertrag das ehemalige Schulhaus mit einem insgesamt 25,69 ar großen Grundstück an den damaligen „Deutschen Volksmusiker Bund e.V.“ geschenkt – mit der Zielsetzung eine Bundesmusikschule einzurichten. Der Blasmusikverband hat das Gebäude dann später übernommen, 1980 erfolgte die Wiedereröffnung und 1990 die umfassende Erweiterung mit Internatsbau mit Küche, Speisesaal und Konzertsaal“, sagte Karl-Heinz Hauser.

Kürnbach1kFDP-Landtagskandidatin Carolin Holzmüller stellte fest, dass die Erweiterung der Musikakademie in Kürnbach 1989/1990 nur mit erheblichen Landeszuschüssen und somit Steuergeldern betrieben worden sei. „Der Standort Kürnbach muss erhalten bleiben. Es gibt keinen ersichtlichen Grund außer offenbar persönlichen Motiven von einigen Funktionären des Blasmusikverbandes, Kürnbach aufzugeben und einen millionenschweren Neubau ebenfalls mit Landeszuschüssen in Plochingen zu errichten“, sagte Holzmüller nach den detailreichen Informationen des Bürgermeisters. „Die ganze Angelegenheit hat schon ein Geschmäckle. Deshalb fordern wir eine vorläufige Zuschussstreichung des Landes für den geplanten Neubau in Plochingen, bevor die Angelegenheit zum absoluten Nachteil von Kürnbach und der Gemeinde nicht geklärt ist“, betonte Holzmüller. Das Land Baden-Württemberg müsse bei einem Neubau in Plochingen der kleinen Gemeinde Kürnbach mit seinen knapp 2250 Einwohnern gleichwertigen Ersatz für die Nutzung bieten und dabei ebenso den Landkreis Karlsruhe einbinden.

Es sei nichts dagegen einzuwenden, wenn ein Verband mit eigenen Mitteln Gebäude „oder sogar goldene Luftschlösser“ errichte. „In diesem Fall werden aber Neubaupläne wie im Juli 2015 von Blasmusikpräsident Rudolf Köberle in Plochingen vorgestellt, ohne dass überhaupt die Finanzierung mit dem Landeszuschuss geklärt ist“, unterstrich Heiko Zahn. Merkwürdig sind für die Freien Demokraten ebenso Bemerkungen auf der Blasmusik-Verbandswebsite „Man braucht eine stilvolle Akademie, um Seminare bieten zu können.“ Immerhin seien 45 Prozent der Amateurmusiker des Verbandes unter 18 Jahre alt und benötigten gute Ausbildungsmöglichkeiten, heißt es dort weiter.

Kürnbach3k„Die Kürnbacher Musikakademie ist stilvoll und eignet sich besonders für Jugendliche, die proben wollen. Wenn gerne auch mit Landeszuschuss für einen sehr überschaubaren Betrag der Brandschutz in der Kürnbacher Musikakademie erneuert wird, braucht es keinen Neubau in Plochingen mit Landeszuschüssen. Die Frage stellt sich für uns nun, ob der Verband von der zuständigen Ministerin Theresia Bauer (Grüne) schon Zusagen für die Millionen-Zuschüsse hat und nicht sofort der Landesrechnungshof die Angelegenheit und das Bauvorhaben prüfen sollte. Nach 47 Jahren geben wir den Standort Kürnbach nicht kampflos auf“, kündigte Carolin Holzmüller an. Die Angelegenheit sei wegen der Finanzierungslücken ohne Steuergeld-Zuschüsse keine reine Verbandsangelegenheit mehr.

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