Freie Demokraten blicken zurück und mit Aufwind in die Zukunft

FDP-Kreisverband Karlsruhe-Land feierte 70. Jubiläum / Karin Gillardon neues Ehrenmitglied

Feier21kZum neuen Ehrenmitglied der Freien Demokraten Karlsruhe-Land wurde die Brettener Stadträtin Karin Gillardon ernannt. Das Foto zeigt sie zusammen mit FDP-Kreisvorsitzenden Heiko Zahn (r.) und dem Landtagsabgeordneten der Freien Demokraten Jochen Haußmann. (Fotos: Christian Jung)

Bretten/Walzbachtal. Die Freien Demokraten spüren zurzeit auch in der Region „großen Aufwind“. „Durch zahlreiche Gespräche und den direkten Kontakt mit den Menschen merken wir jeden Tag, wie sehr die FDP als liberale und rechtsstaatliche Kraft in Politik und Gesellschaft gebraucht wird“, sagte FDP-Kreisvorsitzender Heiko Zahn bei der 70-Jahr-Feier des Kreisverbandes Karlsruhe-Land Ende November 2015 in Walzbachtal-Wössingen. Dies werde auch immer mehr durch Umfragen deutlich. Als Festredner konnte er den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Jochen Haußmann MdL, sowie unter anderem die FDP-Landtagskandidaten Carolin Holzmüller (Wahlkreis Bretten) und Prof. Dr. Jürgen Wacker (Wahlkreis Bruchsal) begrüßen.

Feier5kNach dem Zweiten Weltkrieg gründeten 1945 in den früheren Landkreisen Karlsruhe und Bruchsal bis Ende Dezember engagierte liberale Bürger eine neue Partei, die ab dem Dreikönigstreffen am 6. Januar 1946 im gesamten Bundesland Württemberg-Baden unter dem Namen „Demokratische Volkspartei“ (DVP) firmierte, die später dann in Freie Demokraten FDP/DVP im Südwesten umbenannt wurde. Heiko Zahn stellte heraus, wie die FDP sich dann auch organisatorisch aufbaute, aber immer auch Höhen und Tiefen wie zuletzt bei der Bundestagwahl 2013 erlebte.

Mit viel Engagement gelte es liberale Werte zu verteidigen. „Dies gilt insbesondere für die Auseinandersetzung mit rechtspopulistischen Parteien und einigen ihrer ins Extreme tauchenden Protagonisten“, sagte Heiko Zahn weiter. Aktuell kämpften die Freien Demokraten im Landkreis für eine Lösung der Verkehrsprobleme in und rund um Karlsruhe und für den Bau einer Zweiten Rheinbrücke. „Auch der Erhalt der Musikakademie in Kürnbach ist uns ein besonderes Anliegen. Auch hier kämpfen wir um eine Lösung“, betonte Zahn. Deutlich wurde er bei der Auseinandersetzung mit den jüngsten Terroranschlägen, die insgesamt die „Freiheit“ gefährdeten. „Müssen wir zulassen, dass unsere Kinder und Enkelkinder beim Reisen durch Europa wieder an jeder Grenze ihren Ausweis zeigen müssen? Müssen wir zulassen, dass wir nicht mehr wie überall entspannt in einem Café sitzen können ohne Angst haben zu müssen, einem Terroranschlag zum Opfer zu fallen? – Wir müssen das nicht zulassen! Wir dürfen uns diesem Terror nicht unterwerfen und wir müssen unsere Freiheit in Europa verteidigen“, sagte Zahn unter großen Beifall.

Feier8k„Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme“, leitete der Festredner Jochen Haußmann MdL seine Rede mit einem Zitat des englischen Staatsmanns Thomas Morus (1478-1535) ein. Dieses stehe symbolisch für die liberale Tradition und den Einsatz für Individualität und Freiheit, die immer bedroht seien. Haußmann blickte insbesondere in die direkte Nachkriegszeit, als ab 1945 in die heutigen Regierungsbezirke Stuttgart und Karlsruhe innerhalb weniger Wochen und Monate vor allem ab 1946 über 600000 Heimatvertriebene und Flüchtlinge in das gerade gegründete Bundesland Württemberg-Baden kamen.

„Unsere Tradition reicht aber viel weiter zurück, da es in Baden und Württemberg eine lange demokratische und freiheitliche Tradition gibt. Deutlich wurde dies bei der blutig niedergeschlagenen Revolution in Baden 1848/49, bei der Forderungen der Bürger mit Waffengewalt und unter Zuhilfenahme preußischer Truppen niedergeschlagen wurden“, sagte Haußmann. Viele Forderungen von damals wie die „Preßfreiheit“, die „Gewissens- und Lehrfreiheit“ über die Konfessionen und Religionen hinweg oder die „Beeidung des Militärs auf die Verfassung“ seien 1949 ins Grundgesetz aufgenommen worden und hätten ihren modernen Charakter für die Freien Demokraten nicht verloren.

Auch deshalb gelte es, sich immer für einen liberalen und starken Rechtsstaat sowie eine solide Wirtschafts- und Finanzpolitik einzusetzen und die europäische Einigung weiter voranzutreiben, da sie im Vergleich zu früher Sicherheit und Stabilität ermögliche, wenn Politiker die gemeinsamen Regeln und Werte beachteten. Haußmann geht davon aus, dass die FDP am 13. März 2016 mit einem starken Ergebnis und einer gestärkten Fraktion in den baden-württembergischen Landtag einziehen wird. „Die grün-rote Landesregierung muss abgelöst werden. Nicht nur in der Bildungs- und Wirtschaftspolitik gibt es einiges zu optimieren.“

Feier9kIn der Folge ehrten Heiko Zahn und Jochen Haußmann verschiedene Mitglieder für ihr langjähriges Engagement. Besonders hob Zahn dabei die Verdienste seines Vorgängers Dr. Otto Hertäg (Stutensee) hervor, der den Freien Demokraten seit 25 Jahren angehört und die Partei in den vergangenen zwei Jahren auch in „schwierigen Monaten“ führte. Für seine 50-jährige Mitgliedschaft wurden außerdem Helmut Hackel (Bretten), Walter Biester (Graben-Neudorf) und Hermann Süss (Graben-Neudorf) geehrt. Für 40 Jahre Mitgliedschaft sagte die FDP „Danke“ an Rosemarie Becker (Rheinstetten), Dr. Arno Lang (Ettlingen), Kurt Lupp (Bruchsal), Elke Melchers (Eggenstein-Leopoldshaen), Roland Morlok (Eggenstein-Leopoldshafen) und Hans-Martin Müller (Stutensee) sowie für 25 Jahre an Margarete Hauswirth (Weingarten) und Jutta Reßin (Bretten).

Feier17kDer Höhepunkt des Abends war die Ernennung der Brettener Stadträtin Karin Gillardon zum neuen Ehrenmitglied des Kreisverbandes. In seiner Laudatio hob Heiko Zahn die vielfältigen Verdienste von Karin Gillardon für die FDP und ihre großes ehrenamtliches und soziales Engagement hervor. „Karin ist aus unserem Kreisverband nicht wegzudenken“, stellte Zahn heraus.